Resultate aus dem Feld
Wir zeigen die Zahlen aus unseren Schnupperangeboten so, wie sie im Feld entstanden sind — inklusive der Stellen, an denen sie noch dünn sind. Wer seinen Boden umstellt, soll wissen, worauf er sich einlässt.
Projekt 04 · Kartoffeln · 23. April bis 29. August 2026
Drei Bereiche von je zwei Metern à zwei Reihen wurden von Hand ausgegraben — in der behandelten Fläche und gespiegelt in der unbehandelten Kontrolle daneben. Jede Pflanze wurde einzeln geborgen, jede ihrer Knollen einzeln gewogen: 1’064 Knollen von 94 Pflanzen. Obwohl im behandelten Feld deutlich weniger Pflanzen standen (42 gegen 52), übertraf es die Kontrolle auch in der absoluten Erntemenge. Auch dieses Projekt fiel in das aussergewöhnliche Dürrejahr 2026.
Messwerte
Jeder Balken ist der Durchschnitt über alle Pflanzen der drei Bereiche einer Fläche.
Gramm · Ø aller 42 bzw. 52 Pflanzen
Anzahl · Ø aller Pflanzen
Gramm · Ø aller 1’064 gewogenen Knollen
Ø aus 6 Messungen pro Bereich — hier praktisch kein Unterschied
Verteilung & Streuung
Jeder Punkt ist der Gesamtertrag einer einzelnen Pflanze — die grösseren Punkte sind die Mittelwerte der drei Bereiche.
Kilogramm pro Pflanze · rote Linie = Mittelwert der drei Bereiche, Band = deren Standardabweichung
Kartoffelpflanzen streuen von Natur aus stark — von 178 g bis 1’479 g in der behandelten, von 169 g bis 1’332 g in der Kontrollfläche. Einzelne Kontrollpflanzen erreichen also Spitzenwerte. Auf Ebene der Bereiche trennen sich die Bänder aber deutlich: die drei Kontrollbereiche liegen mit 689, 621 und 665 g eng zusammen (±34 g), während alle drei behandelten Bereiche darüber liegen — der schwächste behandelte Bereich (840 g) übertrifft den stärksten Kontrollbereich noch um 22 %. Über alle 94 Pflanzen gerechnet ist der Unterschied mehr als viermal so gross wie seine statistische Unsicherheit — das klarste Ertragsergebnis unserer bisherigen Projekte.
Anteil am Gesamtgewicht der Fläche, nach Gewichtsklasse der Knolle (39,4 bzw. 34,1 kg)
Gerechnet wird hier in Kilogramm, nicht in Stück — denn bezahlt wird das Gewicht. Die behandelte Fläche hat nicht nur mehr Knollen, sie hat auch die bessere Sortierung: nur 5,9 % ihrer Masse fällt unter die Verkaufsgrenze gegen 9,0 % in der Kontrolle, und 64,7 % statt 58,5 % liegen im Korridor mit dem stabilsten Preis. In Kilogramm gerechnet sind das 25,5 kg Prime-Ware gegen 20,0 kg — bei gleichzeitig weniger Pflanzen.
Vorgehen
Anlage der Flächen
Einordnung
Die Kontrolle wurde maschinell gesetzt, die behandelte Fläche von Hand — vermutlich der Grund, weshalb dort weniger Pflanzen standen (42 gegen 52 auf gleicher Fläche). Handpflanzung kann schonender fürs Pflanzgut sein; dieser Störfaktor lässt sich nicht sauber vom Behandlungseffekt trennen. Der naheliegende Einwand — «mehr Platz, darum mehr Ertrag pro Pflanze» — greift allerdings zu kurz: Eine Kartoffelpflanze mit mehr Platz bildet für gewöhnlich grössere Knollen, aber nicht mehr Knollen. Gemessen haben wir das Gegenteil — +32 % Knollen pro Pflanze, während die einzelne Knolle nur 8 % schwerer war. Dieses Muster passt nicht zu einem Platzeffekt, sondern zu einer direkten biologischen Stimulation der Stolonenbildung im frühen Wachstumsstadium durch den Kompostextrakt.
Die behandelte Fläche holte aus ihren Bereichen 39,4 kg — die Kontrolle aus denselben Flächen 34,1 kg, obwohl dort deutlich mehr Pflanzen standen (52 gegen 42). Die 42 behandelten Pflanzen haben das Ergebnis der 52 Kontrollpflanzen also um 15,5 % übertroffen. Das ist weniger eine Grenze als eine Bestätigung: selbst der für die Behandlung ungünstige Flächenvergleich geht an sie.
Bis zum 18. Juni hatte das Kraut die Reihen so weit geschlossen, dass jeder Durchgang mehr Pflanzen niedergetrampelt hätte, als die Gabe an Nutzen gebracht hätte. Danach wurde nur noch ein einziges Mal Kompostextrakt ausgebracht. Der gemessene Vorsprung entstand also im Wesentlichen aus den Behandlungen der ersten acht Wochen — was zu dem Bild passt, dass die entscheidende Wirkung in der frühen Wachstumsphase liegt.
Wie bei den Maisprojekten erhielt die Kontrolle nicht dieselbe Wassermenge, die mit dem Kompostextrakt auf die behandelte Fläche kam. Die Gabe von 1,5 l/m² alle zwei Wochen entspricht rund 0,75 mm Niederschlag pro Woche und ist als Wassereffekt agronomisch vernachlässigbar.
Drei Bereiche je Variante auf einem Feld, in einer — aussergewöhnlich trockenen — Saison. Übertragbar ist die Richtung, nicht der Prozentwert.
Projekt 03 · Hybridmais II · 13. Mai bis 22. August 2026
Ein zweites Hybridmais-Projekt, ausgewertet vor der eigentlichen Ernte: Das behandelte Feld misst rund 5 × 5 Meter und liegt etwa 10 Meter vom Feldrand entfernt, die Kontrolle direkt daneben. In beiden Flächen wurde dasselbe V-förmige Erntemuster geschnitten — drei Bereiche von je einem Meter à zwei Reihen — und wie beim ersten Feld gewogen, gezählt und gemessen.
Messwerte
Jeder Balken ist der Durchschnitt der drei Bereiche — beim Kolbengewicht und Brix der Durchschnitt aller Einzelmessungen der Fläche.
Ø aus 6 Messungen pro Bereich, am 2. untersten Knoten
Gramm · Ø aller gewogenen Kolben
Kilogramm · Ø der 3 Bereiche
Ø der 3 Bereiche — hier war die Dichte NICHT gleich
Verteilung & Streuung
Auch hier zeigen wir jede Einzelmessung statt nur den Mittelwert — und mit ihr, wo dieses Projekt trägt und wo die kleine Fläche an ihre Grenze kommt.
°Brix am zweituntersten Knoten · rote Linie = Mittelwert der drei Bereiche, Band = deren Standardabweichung
Auch hier ist jeder grössere Punkt ein Bereichsmittel. Die drei behandelten Bereiche streuen deutlich stärker (±0,91) als die drei Kontrollbereiche (±0,29) — die Behandlung wirkte also nicht überall gleich stark. Trotzdem liegt der schwächste behandelte Bereich (7,1 °Brix) noch über dem stärksten Kontrollbereich (6,1 °Brix), und die Bänder überlappen nicht. Zwei unabhängige Felder, dasselbe Muster — das wiegt mehr als ein einzelner starker Wert.
Vorgehen
Anlage der Flächen
Einordnung
Im behandelten Feld standen mehr Pflanzen pro Meter (14,3 gegen 11,0). Die Kontrollpflanzen hatten also mehr Platz — weniger Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe — und damit eigentlich die besseren Bedingungen für die einzelne Pflanze. Trotzdem ist eine durchschnittliche behandelte Pflanze rund 3,5 % schwerer.
Nach der Saat musste gewalzt werden, damit die Vögel die Maiskörner nicht fressen — die Reihen waren dadurch nicht sichtbar. Bei der ersten Behandlung wurde deshalb auf den Reihen gelaufen und der Boden dort verdichtet. Wenn das den Vergleich verzerrt, dann zulasten der Behandlung.
43 Pflanzen im behandelten Feld trugen 37 wiegbare Kolben, 33 Kontrollpflanzen trugen 30. Die Kolben-Durchschnitte beziehen sich nur auf Pflanzen mit Kolben.
Methodisch sauberer wäre gewesen, auf der Kontrollfläche dieselbe Wassermenge auszubringen, wie mit dem Kompostextrakt auf die behandelte Fläche kam — das wurde jedoch nicht gemacht. Die Extraktgabe von 1–2 l/m² alle 1–2 Wochen entspricht allerdings 0,5–2 mm Niederschlag pro Woche. Mais benötigt in der Hauptwachstums- und Blühphase 35–50 mm pro Woche — die Gabe deckt damit rund 1–5 % des Wochenbedarfs und ist als Wassereffekt agronomisch vernachlässigbar.
Rund 5 × 5 Meter pro Variante, drei Bereiche je Fläche. Wie bei den anderen Projekten gilt: übertragbar ist die Richtung, nicht der Prozentwert.
Das Kontrollfeld erhielt eine Gülledüngung, das Behandlungsfeld nicht. Die Kontrolle hatte damit einen zusätzlichen Nährstoffvorteil — der gemessene Mehrertrag der behandelten Fläche entstand trotz dieses Vorteils.
Projekt 02 · Hybridmais I · 10. Mai bis 21. August 2026
Das Feld teilt sich in schweren Lehm im Westen und leichten Lehm im Osten. In beiden Bodenzonen wurde je eine behandelte und eine unbehandelte Fläche angelegt — und pro Fläche drei Bereiche von je 2 Metern der mittleren Reihe vollständig ausgewertet: Häckselmasse gewogen, Pflanzen gezählt, jeder einzelne Kolben gewogen und der Brix-Wert gemessen.
Hybridmais ist dabei der härteste Testfall: Er ist auf direkte Nährstoffaufnahme gezüchtet — das Zusammenspiel mit dem Bodenmikrobiom wurde ihm dabei weitgehend weggezüchtet. Dass selbst diese Kultur bei Pflanzenmasse, Kolbengewicht und Brix-Wert zulegt, spricht dafür, dass auch die «faulsten» Pflanzen von einem aktiven Soil Food Web profitieren. Erschwerend kam hinzu, dass 2026 ein aussergewöhnliches Dürrejahr war — gerade unter Trockenstress zählt, was der Boden selbst an Wasser und Nährstoffen nachliefern kann.
Messwerte
Jeder Balken ist der Durchschnitt der drei ausgewerteten 2-Meter-Bereiche einer Fläche. Der Unterschied ist auf dem leichten Lehm durchwegs grösser als auf dem schweren.
Kilogramm · Ø der 3 Bereiche
Gramm · Ø aller Pflanzen der Fläche
Ø aus 6 Messungen pro Bereich, am 2. untersten Knoten
Ø der 3 Bereiche — die Bestandesdichte war vergleichbar
Verteilung & Streuung
Ein Balken zeigt den Mittelwert. Er verschweigt, wie weit die einzelnen Pflanzen auseinanderliegen — und ob ein Unterschied grösser ist als diese natürliche Streuung. Beim Brix-Wert steht deshalb jede einzelne Messung als Punkt.
°Brix am zweituntersten Knoten · rote Linie = Mittelwert der drei Bereiche, Band = deren Standardabweichung
Jeder kleine Punkt ist eine Einzelmessung, jeder grössere Punkt der Mittelwert eines der drei Bereiche. Das Band zeigt, wie stark diese drei Bereichswerte innerhalb einer Fläche auseinanderliegen — also wie einheitlich die Fläche reagiert hat, unabhängig von der grossen Schwankung zwischen einzelnen Pflanzen. Im leichten Lehm liegen die Bänder klar getrennt (7,4 gegen 5,6 °Brix), im schweren Lehm streuen die Kontrollbereiche so breit, dass sich die Bänder deutlich überlappen — ein Kontrollbereich erreichte dort fast den Wert der behandelten Fläche. In beiden Böden liegt jeder einzelne behandelte Bereich über dem Durchschnitt der Kontrolle.
Vorgehen
West · Schwerer Lehm
Ost · Leichter Lehm
Einordnung
Ursprünglich lagen beide Varianten am Feldrand. Weil der Lohnunternehmer auf den Kontrollflächen gewendet hatte, wäre der Vergleich dort unfair gewesen. Als Kontrolle diente deshalb die Verlängerung der behandelten Reihe feldeinwärts — fernab vom Rand, mit deutlich weniger Verdichtung. Wenn diese Verlegung den Vergleich verzerrt, dann zugunsten der Kontrolle.
Die drei Bereiche liegen jeweils in derselben Fläche. Unterschiede zwischen den Flächen — etwa Feuchtigkeit oder Vorbewirtschaftung — lassen sich damit nicht vom Behandlungseffekt trennen.
Kümmernde Pflanzen mit Kolben von 0 bis 34 g wurden nicht ausgeschlossen — auf beiden Seiten. Sie drücken vor allem die Durchschnitte auf dem leichten Lehm.
Im Bereich C11 liegen 5 statt 6 Brix-Messungen vor. Der Durchschnitt dieses Bereichs stützt sich entsprechend auf eine Messung weniger.
Methodisch sauberer wäre gewesen, auf der Kontrollfläche dieselbe Wassermenge auszubringen, wie mit dem Kompostextrakt auf die behandelte Fläche kam — das wurde jedoch nicht gemacht. Die Extraktgabe von 1–2 l/m² alle 1–2 Wochen entspricht allerdings 0,5–2 mm Niederschlag pro Woche. Mais benötigt in der Hauptwachstums- und Blühphase 35–50 mm pro Woche — die Gabe deckt damit rund 1–5 % des Wochenbedarfs und ist als Wassereffekt agronomisch vernachlässigbar.
Wie beim Emmer gilt: übertragbar ist die Richtung, nicht der Prozentwert. Der Vergleich innerhalb derselben Bodenzone hält Boden und Wetter konstant — mehr nicht.
Projekt 01 · Emmer · Frühling bis 24. Juli 2026
Auf einem Emmer-Acker wurden zwei direkt nebeneinanderliegende Streifen verglichen: ein mit Soily behandelter Streifen und eine unbehandelte Referenz — gleiche Saat, gleiche Saattechnik, gleicher Boden. Kurz vor der Ernte hat Thomas pro Streifen vier Pflanzen ausgegraben und Halme, Ähren und Körner einzeln ausgezählt. Keine Hochrechnung, keine Schätzung — gezählte Körner.
Messwerte
Jeder Balken ist der Durchschnitt aus vier von Hand ausgegrabenen Pflanzen des jeweiligen Streifens.
Durchschnitt aus 4 Pflanzen
Durchschnitt aus 4 Pflanzen
Durchschnitt über alle ausgezählten Ähren
Alle gezählten Körner ÷ 4 Pflanzen
Rohdaten
Vier Pflanzen pro Streifen, jede einzeln ausgezählt. Die Zeilen mit Hinterlegung zeigen die daraus gebildeten Durchschnitte.
| Streifen | Pflanze | Halme | Ähren | Körner total |
|---|---|---|---|---|
| Behandelt | Pflanze 1 | 4 | 3 | 41 |
| Pflanze 2 | 8 | 5 | 29 | |
| Pflanze 3 | 8 | 7 | 103 | |
| Pflanze 4 | 6 | 6 | 85 | |
| Durchschnitt | 6,5 | 5,25 | 64,5 | |
| Unbehandelt (Referenz) | Pflanze 1 | 5 | 4 | 51 |
| Pflanze 2 | 4 | 4 | 12 | |
| Pflanze 3 | 5 | 5 | 8 | |
| Pflanze 4 | 5 | 4 | 37 | |
| Durchschnitt | 4,75 | 4,25 | 27,0 |
Vorgehen
Lage der Streifen
Einordnung
Wir halten es für wichtiger, die Grenzen der Erhebung zu zeigen, als eine saubere Zahl zu behaupten. Diese Punkte gehören zum Resultat dazu.
Das ist eine Stichprobe, kein Versuch mit statistischer Aussagekraft. Einzelne starke oder schwache Pflanzen verschieben den Durchschnitt spürbar.
Bei allen Pflanzen können Ähren abgefallen oder abgebrochen sein. Eine Ähre war noch grün, einige waren krank oder abgefressen — vor allem im unbehandelten Streifen.
Rechnet man Ähren × Körner pro Ähre, liegt die unbehandelte Referenz bei 35,3 Körnern pro Pflanze — gegenüber 64,5 im behandelten Streifen sind das +83 %. Zählt man alle Körner direkt zusammen, kommt die Referenz auf 27,0, und der Mehrertrag steigt auf +139 %. Wir nennen beide Zahlen, statt uns die günstigere auszusuchen.
Die ersten 3–4 Meter ab Strasse sind doppelt und quer gesät. Bei doppelter Saatdichte sagen Werte pro Pflanze nichts über den Ertrag pro Fläche aus — dieser Streifen ist deshalb nicht vergleichbar und hier nicht ausgewertet.
Boden, Wetter und Vorkultur sind auf diesem Acker konstant — aber es ist eben nur dieser eine Acker in diesem einen Jahr. Übertragbar ist die Richtung, nicht der Prozentwert.
Im unbehandelten Streifen konnten bei zwei Pflanzen nicht alle Ähren ausgezählt werden. Diese fehlen in der Summe und ziehen deren Durchschnitt eher nach unten.
Der Unterschied war schon beim Ausreissen im Boden zu spüren — nicht erst beim Auszählen auf dem Tisch.
Weitere Projekte
Jedes abgeschlossene Schnupperangebot mit ausgewerteten Messwerten kommt hier dazu — mit Kultur, Vorgehen und den gleichen offengelegten Grenzen.
Zum SchnupperangebotDein Boden
Im Schnupperangebot bauen wir das Soil Food Web auf 50 m² deiner Fläche auf — mit Bodenanalyse, Schulung auf dem Betrieb und einem Vergleichsstreifen, den du selbst auszählen kannst.