Resultate aus dem Feld

Was auf der Fläche
tatsächlich gewachsen ist.

Wir zeigen die Zahlen aus unseren Schnupperangeboten so, wie sie im Feld entstanden sind — inklusive der Stellen, an denen sie noch dünn sind. Wer seinen Boden umstellt, soll wissen, worauf er sich einlässt.

4 Projekte dokumentiert Erhebung: Soily-Team Kulturen: Emmer · Silomais · Kartoffeln

Projekt 04 · Kartoffeln · 23. April bis 29. August 2026

Kartoffeln:
jede Knolle einzeln gewogen.

Drei Bereiche von je zwei Metern à zwei Reihen wurden von Hand ausgegraben — in der behandelten Fläche und gespiegelt in der unbehandelten Kontrolle daneben. Jede Pflanze wurde einzeln geborgen, jede ihrer Knollen einzeln gewogen: 1’064 Knollen von 94 Pflanzen. Obwohl im behandelten Feld deutlich weniger Pflanzen standen (42 gegen 52), übertraf es die Kontrolle auch in der absoluten Erntemenge. Auch dieses Projekt fiel in das aussergewöhnliche Dürrejahr 2026.

+43 %
Ertrag pro Pflanze
939 g statt 656 g. Alle drei Bereichspaare liegen auf der behandelten Seite vorn (+22 %, +73 %, +37 %).
+32 %
Knollen pro Pflanze
13,1 statt 9,9 — der Mehrertrag kommt vor allem über mehr Knollen, nicht über grössere: die einzelne Knolle ist nur 8 % schwerer.
±0
Brix-Wert
6,1 gegen 5,9 im Bereichsmittel — anders als beim Mais ist das kein belastbarer Unterschied. Wir zeigen auch das.

Messwerte

Behandelt gegen Kontrolle.

Jeder Balken ist der Durchschnitt über alle Pflanzen der drei Bereiche einer Fläche.

Behandelt
Unbehandelt (Kontrolle)

Ertrag pro Pflanze

Gramm · Ø aller 42 bzw. 52 Pflanzen

Behandelt
939
Unbehandelt
656

Knollen pro Pflanze

Anzahl · Ø aller Pflanzen

Behandelt
13,1
Unbehandelt
9,9

Gewicht der einzelnen Knolle

Gramm · Ø aller 1’064 gewogenen Knollen

Behandelt
72
Unbehandelt
66

Brix-Wert

Ø aus 6 Messungen pro Bereich — hier praktisch kein Unterschied

Behandelt
6,1
Unbehandelt
5,9

Verteilung & Streuung

94 Pflanzen, einzeln geborgen.

Jeder Punkt ist der Gesamtertrag einer einzelnen Pflanze — die grösseren Punkte sind die Mittelwerte der drei Bereiche.

Ertrag pro Pflanze — alle 94 Pflanzen

Kilogramm pro Pflanze · rote Linie = Mittelwert der drei Bereiche, Band = deren Standardabweichung

00,40,81,21,6
942 g
658 g
BehandeltBeh.
UnbehandeltUnbeh.
BehandeltUnbehandeltEinzelpflanzeBereichs-MittelwertMittelwert der Bereiche± Standardabweichung der Bereiche
Behandelt n = 42 Pflanzen in 3 Bereichen · Ø 942 g · Streuung zwischen den Bereichen ±120Unbehandelt n = 52 Pflanzen in 3 Bereichen · Ø 658 g · Streuung zwischen den Bereichen ±34

Kartoffelpflanzen streuen von Natur aus stark — von 178 g bis 1’479 g in der behandelten, von 169 g bis 1’332 g in der Kontrollfläche. Einzelne Kontrollpflanzen erreichen also Spitzenwerte. Auf Ebene der Bereiche trennen sich die Bänder aber deutlich: die drei Kontrollbereiche liegen mit 689, 621 und 665 g eng zusammen (±34 g), während alle drei behandelten Bereiche darüber liegen — der schwächste behandelte Bereich (840 g) übertrifft den stärksten Kontrollbereich noch um 22 %. Über alle 94 Pflanzen gerechnet ist der Unterschied mehr als viermal so gross wie seine statistische Unsicherheit — das klarste Ertragsergebnis unserer bisherigen Projekte.

Sortierung — wofür die Erntemasse taugt

Anteil am Gesamtgewicht der Fläche, nach Gewichtsklasse der Knolle (39,4 bzw. 34,1 kg)

Behandelt
5,9 %
14,2 %
64,7 %
15,1 %
Unbehandelt
9,0 %
17,1 %
58,5 %
15,4 %
Untergrösse / Ausschuss < 35 g Kleinsortierung 35–60 g Prime-Speiseware 60–150 g Übergrösse > 150 g
Untergrösse / Ausschuss (< 35 g) Nicht verkaufsfähig als Speiseware — bleibt Futterkartoffel oder geht in die Biogasanlage.
Kleinsortierung / Drillinge (35–60 g) Beliebte Nischen- und Spezialware («Baby-Kartoffeln») mit guten Kilo-Preisen, aber begrenzter Absatzmenge.
Prime-Speiseware / Hauptgut (60–150 g) Der ideale Korridor für den Detailhandel — hier erzielt der Landwirt den höchsten und stabilsten Erlös.
Übergrösse (> 150 g) Je nach Sortierung mit Abzügen für den Haushalt, dafür ideal für Gastronomie, Pommes-frites und Veredelung.

Gerechnet wird hier in Kilogramm, nicht in Stück — denn bezahlt wird das Gewicht. Die behandelte Fläche hat nicht nur mehr Knollen, sie hat auch die bessere Sortierung: nur 5,9 % ihrer Masse fällt unter die Verkaufsgrenze gegen 9,0 % in der Kontrolle, und 64,7 % statt 58,5 % liegen im Korridor mit dem stabilsten Preis. In Kilogramm gerechnet sind das 25,5 kg Prime-Ware gegen 20,0 kg — bei gleichzeitig weniger Pflanzen.

Vorgehen

Von Hand gegraben, Knolle für Knolle.

  1. 1 Drei Bereiche je Fläche In der behandelten Fläche wurden drei Bereiche von je zwei Metern à zwei Reihen ausgemessen — dasselbe Muster gespiegelt in der Kontrolle daneben.
  2. 2 Jede Pflanze einzeln ausgegraben Die Staude wurde von Hand geborgen, ihre Knollen abgesammelt und der Pflanze zugeordnet — 94 Pflanzen insgesamt.
  3. 3 Jede Knolle einzeln gewogen 1’064 Knollen gingen einzeln über die Waage, direkt ins Protokoll am Feldrand.
  4. 4 Brix pro Bereich Zusätzlich wurden je Bereich 6 Brix-Messungen genommen — hier ohne belastbaren Unterschied zwischen den Flächen.

Anlage der Flächen

Unbehandelt (Kontrolle) · maschinell gesetzt
3 Bereiche à 2 m × 2 Reihen: C1 · C2 · C3
Behandelt · von Hand gesetzt
3 Bereiche à 2 m × 2 Reihen: T1 · T2 · T3
gleiches Feld · gleiche Sorte · gesetzt am 23. April
Kartoffelfeld mit frisch gegrabenen Reihen, im Hintergrund das Ernteteam zwischen den Dämmen
Die Erntebereiche zwischen den Dämmen. Der links abgesteckte Bereich war das Behandlungsfeld, rechts davon das Kontrollfeld.
Drei Personen graben kniend eine Kartoffelstaude aus und sammeln die Knollen in Netzbeutel
Pflanze für Pflanze geborgen — jede Staude bekommt ihren eigenen Beutel.
Das Team wiegt Kartoffeln am Feldtisch, die Knollen liegen in grünen Kisten und Netzbeuteln
Beutel für Beutel auf die Waage — jede Knolle einzeln gewogen.
Drei grüne Kisten voller frisch geernteter Kartoffeln auf dem Feldboden
Die Ernte der Bereiche, kistenweise sortiert. Links T1 und T2. Rechts C1.
Feldtisch mit Tablet, Laptop und Waage vor dem Kartoffelfeld
Der Arbeitsplatz am Feldrand — gewogen und protokolliert wird direkt vor Ort.

Einordnung

Die Grenzen dieser Erhebung.

Gesetzt wurde unterschiedlich

Die Kontrolle wurde maschinell gesetzt, die behandelte Fläche von Hand — vermutlich der Grund, weshalb dort weniger Pflanzen standen (42 gegen 52 auf gleicher Fläche). Handpflanzung kann schonender fürs Pflanzgut sein; dieser Störfaktor lässt sich nicht sauber vom Behandlungseffekt trennen. Der naheliegende Einwand — «mehr Platz, darum mehr Ertrag pro Pflanze» — greift allerdings zu kurz: Eine Kartoffelpflanze mit mehr Platz bildet für gewöhnlich grössere Knollen, aber nicht mehr Knollen. Gemessen haben wir das Gegenteil — +32 % Knollen pro Pflanze, während die einzelne Knolle nur 8 % schwerer war. Dieses Muster passt nicht zu einem Platzeffekt, sondern zu einer direkten biologischen Stimulation der Stolonenbildung im frühen Wachstumsstadium durch den Kompostextrakt.

Trotz weniger Pflanzen mehr Gesamtertrag

Die behandelte Fläche holte aus ihren Bereichen 39,4 kg — die Kontrolle aus denselben Flächen 34,1 kg, obwohl dort deutlich mehr Pflanzen standen (52 gegen 42). Die 42 behandelten Pflanzen haben das Ergebnis der 52 Kontrollpflanzen also um 15,5 % übertroffen. Das ist weniger eine Grenze als eine Bestätigung: selbst der für die Behandlung ungünstige Flächenvergleich geht an sie.

Ab Mitte Juni konnte kaum mehr behandelt werden

Bis zum 18. Juni hatte das Kraut die Reihen so weit geschlossen, dass jeder Durchgang mehr Pflanzen niedergetrampelt hätte, als die Gabe an Nutzen gebracht hätte. Danach wurde nur noch ein einziges Mal Kompostextrakt ausgebracht. Der gemessene Vorsprung entstand also im Wesentlichen aus den Behandlungen der ersten acht Wochen — was zu dem Bild passt, dass die entscheidende Wirkung in der frühen Wachstumsphase liegt.

Die Kontrolle erhielt kein Wasser-Äquivalent

Wie bei den Maisprojekten erhielt die Kontrolle nicht dieselbe Wassermenge, die mit dem Kompostextrakt auf die behandelte Fläche kam. Die Gabe von 1,5 l/m² alle zwei Wochen entspricht rund 0,75 mm Niederschlag pro Woche und ist als Wassereffekt agronomisch vernachlässigbar.

Ein Feld, eine Saison

Drei Bereiche je Variante auf einem Feld, in einer — aussergewöhnlich trockenen — Saison. Übertragbar ist die Richtung, nicht der Prozentwert.

Projekt 03 · Hybridmais II · 13. Mai bis 22. August 2026

Zweites Maisfeld,
geerntet im stehenden Bestand.

Ein zweites Hybridmais-Projekt, ausgewertet vor der eigentlichen Ernte: Das behandelte Feld misst rund 5 × 5 Meter und liegt etwa 10 Meter vom Feldrand entfernt, die Kontrolle direkt daneben. In beiden Flächen wurde dasselbe V-förmige Erntemuster geschnitten — drei Bereiche von je einem Meter à zwei Reihen — und wie beim ersten Feld gewogen, gezählt und gemessen.

+2,2
Brix-Punkte mehr
8,0 statt 5,8 im Durchschnitt aller 36 Messungen — der bisher grösste Brix-Abstand in unseren Erhebungen.
+11 %
Kolbengewicht pro Pflanze
242 g statt 218 g — 67 Kolben einzeln gewogen, kümmernde Pflanzen eingeschlossen.
+35 %
Häckselmasse je Meter
Auf gleicher Strecke standen im behandelten Feld allerdings auch mehr Pflanzen — die Einordnung unten schlüsselt das auf.

Messwerte

Behandelt gegen Kontrolle.

Jeder Balken ist der Durchschnitt der drei Bereiche — beim Kolbengewicht und Brix der Durchschnitt aller Einzelmessungen der Fläche.

Behandelt
Unbehandelt (Kontrolle)

Brix-Wert

Ø aus 6 Messungen pro Bereich, am 2. untersten Knoten

Behandelt
8,0
Unbehandelt
5,8

Kolbengewicht pro Pflanze

Gramm · Ø aller gewogenen Kolben

Behandelt
242
Unbehandelt
218

Häckselmasse je 1 m × 2 Reihen

Kilogramm · Ø der 3 Bereiche

Behandelt
8,27
Unbehandelt
6,13

Pflanzen je 1 m × 2 Reihen

Ø der 3 Bereiche — hier war die Dichte NICHT gleich

Behandelt
14,3
Unbehandelt
11,0

Verteilung & Streuung

Dieselbe Prüfung, zweites Feld.

Auch hier zeigen wir jede Einzelmessung statt nur den Mittelwert — und mit ihr, wo dieses Projekt trägt und wo die kleine Fläche an ihre Grenze kommt.

Brix — alle 36 Einzelmessungen

°Brix am zweituntersten Knoten · rote Linie = Mittelwert der drei Bereiche, Band = deren Standardabweichung

02,557,51012,515
8,0
5,8
BehandeltBeh.
UnbehandeltUnbeh.
BehandeltUnbehandeltEinzelmessungBereichs-MittelwertMittelwert der Bereiche± Standardabweichung der Bereiche
Behandelt n = 18 Messungen in 3 Bereichen · Ø 8,0 °Brix · Streuung zwischen den Bereichen ±0,91Unbehandelt n = 18 Messungen in 3 Bereichen · Ø 5,8 °Brix · Streuung zwischen den Bereichen ±0,29

Auch hier ist jeder grössere Punkt ein Bereichsmittel. Die drei behandelten Bereiche streuen deutlich stärker (±0,91) als die drei Kontrollbereiche (±0,29) — die Behandlung wirkte also nicht überall gleich stark. Trotzdem liegt der schwächste behandelte Bereich (7,1 °Brix) noch über dem stärksten Kontrollbereich (6,1 °Brix), und die Bänder überlappen nicht. Zwei unabhängige Felder, dasselbe Muster — das wiegt mehr als ein einzelner starker Wert.

Vorgehen

Das V-Muster im stehenden Bestand.

  1. 1 Erster Meter mitten im Behandlungsfeld In der Mitte des rund 5 × 5 Meter grossen Behandlungsfelds wurde ein Meter ausgemessen und zwei nebeneinanderliegende Reihen auf diesem Meter abgeerntet.
  2. 2 Diagonal feldeinwärts, dann zurück Für den zweiten Bereich ging es diagonal feldeinwärts, für den dritten diagonal in die andere Richtung — die drei Schnitte bilden ein V im Bestand.
  3. 3 Exakt gespiegelt in der Kontrolle Im direkt daneben liegenden Kontrollfeld wurde dasselbe V-Muster an denselben Positionen geschnitten.
  4. 4 Gewogen, gezählt, gemessen Pro Bereich: Häckselmasse gewogen, Pflanzen gezählt, jeder Kolben einzeln gewogen und an 6 zufällig gewählten Pflanzen der Brix-Wert am zweituntersten Knoten gemessen.

Anlage der Flächen

Unbehandelt (Kontrolle) · ca. 5 × 5 m
direkt daneben · V-Muster gespiegelt: C1 · C2 · C3
Behandelt · ca. 5 × 5 m
V-Muster: T1 · T2 · T3 · ca. 10 m vom Feldrand
Feldrand · ca. 10 m entfernt
Zwei Reihen Maiskolben auf einem Holztisch: oben die Kolben aus dem Kontrollfeld, unten die aus dem behandelten Feld
Alle Kolben nebeneinander: obere Reihe Kontrollfeld, untere Reihe behandeltes Feld.
Ein Bündel Maispflanzen liegt auf einem blauen Eimer auf der Waage
Die Häckselmasse eines Bereichs auf der Waage.
Sechs Bündel Maispflanzen auf Kies: unten die Bereiche T1 bis T3 aus dem Behandlungsfeld, oben C1 bis C3 aus der Kontrolle
Die sechs Bereiche als Bündel — unten T1–T3 (behandelt), oben C1–C3 (Kontrolle).
Ein Bündel Maispflanzen wird auf einem Tisch über einem Eimer gewogen
Bündel für Bündel auf die Waage — die Häckselmasse jedes Bereichs.
Feldarbeitsplatz mit Refraktometer, Tablet mit Protokoll, Waage, Schere und Maiskolben
Refraktometer, Protokoll-Tablet, Waage — der Arbeitsplatz am Hof.

Einordnung

Die Grenzen dieser Erhebung.

Die Bestandesdichte war nicht gleich

Im behandelten Feld standen mehr Pflanzen pro Meter (14,3 gegen 11,0). Die Kontrollpflanzen hatten also mehr Platz — weniger Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe — und damit eigentlich die besseren Bedingungen für die einzelne Pflanze. Trotzdem ist eine durchschnittliche behandelte Pflanze rund 3,5 % schwerer.

Die behandelten Reihen wurden anfangs verdichtet

Nach der Saat musste gewalzt werden, damit die Vögel die Maiskörner nicht fressen — die Reihen waren dadurch nicht sichtbar. Bei der ersten Behandlung wurde deshalb auf den Reihen gelaufen und der Boden dort verdichtet. Wenn das den Vergleich verzerrt, dann zulasten der Behandlung.

Nicht jede Pflanze trug einen Kolben

43 Pflanzen im behandelten Feld trugen 37 wiegbare Kolben, 33 Kontrollpflanzen trugen 30. Die Kolben-Durchschnitte beziehen sich nur auf Pflanzen mit Kolben.

Die Kontrolle erhielt kein Wasser-Äquivalent

Methodisch sauberer wäre gewesen, auf der Kontrollfläche dieselbe Wassermenge auszubringen, wie mit dem Kompostextrakt auf die behandelte Fläche kam — das wurde jedoch nicht gemacht. Die Extraktgabe von 1–2 l/m² alle 1–2 Wochen entspricht allerdings 0,5–2 mm Niederschlag pro Woche. Mais benötigt in der Hauptwachstums- und Blühphase 35–50 mm pro Woche — die Gabe deckt damit rund 1–5 % des Wochenbedarfs und ist als Wassereffekt agronomisch vernachlässigbar.

Ein Feld, eine Saison, kleine Flächen

Rund 5 × 5 Meter pro Variante, drei Bereiche je Fläche. Wie bei den anderen Projekten gilt: übertragbar ist die Richtung, nicht der Prozentwert.

Die Kontrolle wurde mit Gülle gedüngt

Das Kontrollfeld erhielt eine Gülledüngung, das Behandlungsfeld nicht. Die Kontrolle hatte damit einen zusätzlichen Nährstoffvorteil — der gemessene Mehrertrag der behandelten Fläche entstand trotz dieses Vorteils.

Projekt 02 · Hybridmais I · 10. Mai bis 21. August 2026

Ein Maisfeld, zwei Böden,
vier Vergleichsflächen.

Das Feld teilt sich in schweren Lehm im Westen und leichten Lehm im Osten. In beiden Bodenzonen wurde je eine behandelte und eine unbehandelte Fläche angelegt — und pro Fläche drei Bereiche von je 2 Metern der mittleren Reihe vollständig ausgewertet: Häckselmasse gewogen, Pflanzen gezählt, jeder einzelne Kolben gewogen und der Brix-Wert gemessen.

Hybridmais ist dabei der härteste Testfall: Er ist auf direkte Nährstoffaufnahme gezüchtet — das Zusammenspiel mit dem Bodenmikrobiom wurde ihm dabei weitgehend weggezüchtet. Dass selbst diese Kultur bei Pflanzenmasse, Kolbengewicht und Brix-Wert zulegt, spricht dafür, dass auch die «faulsten» Pflanzen von einem aktiven Soil Food Web profitieren. Erschwerend kam hinzu, dass 2026 ein aussergewöhnliches Dürrejahr war — gerade unter Trockenstress zählt, was der Boden selbst an Wasser und Nährstoffen nachliefern kann.

+1,1 bis +1,8
Brix-Punkte mehr
Auf schwerem bzw. leichtem Lehm. Brix zeigt den Zucker- und Nährstoffgehalt im Saft — und damit den Futterwert des Silomais für die Kühe.
+8 / +15 %
Kolbengewicht pro Pflanze
Auf schwerem bzw. leichtem Lehm — jeder Kolben einzeln gewogen, 142 Pflanzen insgesamt.
+8 / +13 %
Häckselmasse je 2 m Reihe
Gesamtgewicht der Pflanzen auf gleicher Strecke — der flächenbezogene Ertrag, unabhängig von der Pflanzenzahl.

Messwerte

Drei Grössen, getrennt nach Boden.

Jeder Balken ist der Durchschnitt der drei ausgewerteten 2-Meter-Bereiche einer Fläche. Der Unterschied ist auf dem leichten Lehm durchwegs grösser als auf dem schweren.

Behandelt
Unbehandelt (Kontrolle)

Häckselmasse je 2 m Reihe

Kilogramm · Ø der 3 Bereiche

Schwerer Lehm · West
Behandelt
7,96
Unbehandelt
7,37
Leichter Lehm · Ost
Behandelt
6,95
Unbehandelt
6,16

Kolbengewicht pro Pflanze

Gramm · Ø aller Pflanzen der Fläche

Schwerer Lehm · West
Behandelt
269
Unbehandelt
249
Leichter Lehm · Ost
Behandelt
216
Unbehandelt
187

Brix-Wert

Ø aus 6 Messungen pro Bereich, am 2. untersten Knoten

Schwerer Lehm · West
Behandelt
7,7
Unbehandelt
6,6
Leichter Lehm · Ost
Behandelt
7,4
Unbehandelt
5,6

Pflanzen je 2 m Reihe

Ø der 3 Bereiche — die Bestandesdichte war vergleichbar

Schwerer Lehm · West
Behandelt
11,7
Unbehandelt
11,7
Leichter Lehm · Ost
Behandelt
11,3
Unbehandelt
12,3

Verteilung & Streuung

Nicht nur der Durchschnitt — die ganze Streuung.

Ein Balken zeigt den Mittelwert. Er verschweigt, wie weit die einzelnen Pflanzen auseinanderliegen — und ob ein Unterschied grösser ist als diese natürliche Streuung. Beim Brix-Wert steht deshalb jede einzelne Messung als Punkt.

Brix — alle 71 Einzelmessungen

°Brix am zweituntersten Knoten · rote Linie = Mittelwert der drei Bereiche, Band = deren Standardabweichung

02,557,51012,515
7,7
6,7
7,4
5,6
BehandeltBeh.Schwerer LehmSchwer
UnbehandeltUnbeh.Schwerer LehmSchwer
BehandeltBeh.Leichter LehmLeicht
UnbehandeltUnbeh.Leichter LehmLeicht
BehandeltUnbehandeltEinzelmessungBereichs-MittelwertMittelwert der Bereiche± Standardabweichung der Bereiche
Behandelt n = 18 Messungen in 3 Bereichen · Ø 7,7 °Brix · Streuung zwischen den Bereichen ±0,51Unbehandelt n = 17 Messungen in 3 Bereichen · Ø 6,7 °Brix · Streuung zwischen den Bereichen ±1,03

Jeder kleine Punkt ist eine Einzelmessung, jeder grössere Punkt der Mittelwert eines der drei Bereiche. Das Band zeigt, wie stark diese drei Bereichswerte innerhalb einer Fläche auseinanderliegen — also wie einheitlich die Fläche reagiert hat, unabhängig von der grossen Schwankung zwischen einzelnen Pflanzen. Im leichten Lehm liegen die Bänder klar getrennt (7,4 gegen 5,6 °Brix), im schweren Lehm streuen die Kontrollbereiche so breit, dass sich die Bänder deutlich überlappen — ein Kontrollbereich erreichte dort fast den Wert der behandelten Fläche. In beiden Böden liegt jeder einzelne behandelte Bereich über dem Durchschnitt der Kontrolle.

Vorgehen

Wie gemessen wurde.

  1. 1 Vier Flächen, zwei Böden In beiden Bodenzonen — schwerer Lehm im Westen, leichter Lehm im Osten — wurde je eine behandelte und eine unbehandelte Fläche verglichen, immer innerhalb derselben Bodenzone. Als Kontrolle diente die Verlängerung der behandelten Fläche feldeinwärts — sogar dieselbe Reihe.
  2. 2 Drei Bereiche à 2 Meter Pro Fläche wurden drei Bereiche von je 2 Metern der mittleren Reihe vollständig geerntet und separat ausgewertet.
  3. 3 Häckselmasse gewogen, Pflanzen gezählt Das Gesamtgewicht aller Pflanzen des Bereichs — die Häckselmasse für Silomais — wurde gewogen und die Pflanzen gezählt.
  4. 4 Jeder Kolben einzeln gewogen Von jeder einzelnen Pflanze wurde der Kolben abgenommen und gewogen — 142 Pflanzen insgesamt, kümmernde Pflanzen eingeschlossen.
  5. 5 Brix an 6 Pflanzen pro Bereich An sechs zufällig gewählten Pflanzen pro Bereich wurde am zweituntersten Knoten der Brix-Wert gemessen — ein Indikator für Zucker und Nährstoffe im Saft und damit für den Futterwert.

West · Schwerer Lehm

Behandelt (T1)
T11 · T12 · T13 — am Feldrand
Unbehandelt (C1)
C11 · C12 · C13 — dieselbe Reihe, feldeinwärts

Ost · Leichter Lehm

Behandelt (T2)
T21 · T22 · T23 — am Feldrand
Unbehandelt (C2)
C21 · C22 · C23 — dieselbe Reihe, feldeinwärts
Abgeerntetes Maisfeld mit stehen gelassener Messreihe, Ostteil mit leichtem Lehm
Die Messreihe im Ostteil (leichter Lehm) — stehen gelassen, bis alle Bereiche ausgewertet waren.
Graue Kiste voller geernteter Maiskolben
Die Kolben aus dem Bereich mit schwerem Lehmboden — jeder einzelne wurde gewogen.
Feldarbeiter misst den Brix-Wert am Refraktometer, im Hintergrund werden Maispflanzen gewogen
Vorbereitung für das Wiegen der Pflanzen, Brix Messung
Reihe von Maiskolben vor Tablet und Waage
Kolben eines Bereichs, bereit zum Wiegen.
Blick durch das Refraktometer: Skala in %Brix
Der Blick durchs Refraktometer — die Brix-Skala beim Ablesen.

Einordnung

Die Grenzen dieser Erhebung.

Die Kontrollflächen mussten verlegt werden

Ursprünglich lagen beide Varianten am Feldrand. Weil der Lohnunternehmer auf den Kontrollflächen gewendet hatte, wäre der Vergleich dort unfair gewesen. Als Kontrolle diente deshalb die Verlängerung der behandelten Reihe feldeinwärts — fernab vom Rand, mit deutlich weniger Verdichtung. Wenn diese Verlegung den Vergleich verzerrt, dann zugunsten der Kontrolle.

Eine Fläche pro Boden und Variante

Die drei Bereiche liegen jeweils in derselben Fläche. Unterschiede zwischen den Flächen — etwa Feuchtigkeit oder Vorbewirtschaftung — lassen sich damit nicht vom Behandlungseffekt trennen.

Ausreisser sind enthalten

Kümmernde Pflanzen mit Kolben von 0 bis 34 g wurden nicht ausgeschlossen — auf beiden Seiten. Sie drücken vor allem die Durchschnitte auf dem leichten Lehm.

Eine Brix-Messung fehlt

Im Bereich C11 liegen 5 statt 6 Brix-Messungen vor. Der Durchschnitt dieses Bereichs stützt sich entsprechend auf eine Messung weniger.

Die Kontrolle erhielt kein Wasser-Äquivalent

Methodisch sauberer wäre gewesen, auf der Kontrollfläche dieselbe Wassermenge auszubringen, wie mit dem Kompostextrakt auf die behandelte Fläche kam — das wurde jedoch nicht gemacht. Die Extraktgabe von 1–2 l/m² alle 1–2 Wochen entspricht allerdings 0,5–2 mm Niederschlag pro Woche. Mais benötigt in der Hauptwachstums- und Blühphase 35–50 mm pro Woche — die Gabe deckt damit rund 1–5 % des Wochenbedarfs und ist als Wassereffekt agronomisch vernachlässigbar.

Ein Feld, eine Saison

Wie beim Emmer gilt: übertragbar ist die Richtung, nicht der Prozentwert. Der Vergleich innerhalb derselben Bodenzone hält Boden und Wetter konstant — mehr nicht.

Projekt 01 · Emmer · Frühling bis 24. Juli 2026

Zwei Streifen im selben Feld,
eine Ernte, ausgezählt von Hand.

Auf einem Emmer-Acker wurden zwei direkt nebeneinanderliegende Streifen verglichen: ein mit Soily behandelter Streifen und eine unbehandelte Referenz — gleiche Saat, gleiche Saattechnik, gleicher Boden. Kurz vor der Ernte hat Thomas pro Streifen vier Pflanzen ausgegraben und Halme, Ähren und Körner einzeln ausgezählt. Keine Hochrechnung, keine Schätzung — gezählte Körner.

+83 % bis +139 %
Korn pro Pflanze
Mehrertrag des behandelten Streifens gegenüber der unbehandelten Referenz. Auch im vorsichtigsten Rechenweg liegt das Plus über 80 % — beide Wege sind unten offengelegt.
+48 %
Körner pro Ähre
12,3 Körner je Ähre auf der behandelten Fläche gegenüber 8,3 auf der unbehandelten.
+24 %
Ähren pro Pflanze
5,25 statt 4,25 Ähren — mehr Halme haben es bis zur Ausbildung einer Ähre gebracht.

Messwerte

Die vier gemessenen Grössen.

Jeder Balken ist der Durchschnitt aus vier von Hand ausgegrabenen Pflanzen des jeweiligen Streifens.

Behandelt
Unbehandelt (Referenz)

Halme pro Pflanze

Durchschnitt aus 4 Pflanzen

Behandelt
6,5
Unbehandelt
4,75

Ähren pro Pflanze

Durchschnitt aus 4 Pflanzen

Behandelt
5,25
Unbehandelt
4,25

Körner pro Ähre

Durchschnitt über alle ausgezählten Ähren

Behandelt
12,3
Unbehandelt
8,3

Körner pro Pflanze

Alle gezählten Körner ÷ 4 Pflanzen

Behandelt
64,5
Unbehandelt
27,0

Rohdaten

Jede einzelne Pflanze.

Vier Pflanzen pro Streifen, jede einzeln ausgezählt. Die Zeilen mit Hinterlegung zeigen die daraus gebildeten Durchschnitte.

Streifen Pflanze Halme Ähren Körner total
BehandeltPflanze 14341
Pflanze 28529
Pflanze 387103
Pflanze 46685
Durchschnitt6,55,2564,5
Unbehandelt
(Referenz)
Pflanze 15451
Pflanze 24412
Pflanze 3558
Pflanze 45437
Durchschnitt4,754,2527,0

Vorgehen

Wie die Proben entstanden sind.

  1. 1 Von der Nordseite ins Feld Thomas ist jeweils von der Nordseite her ins Feld gegangen — bei beiden ausgewerteten Streifen gleich, damit Randlage und Sonnenstand vergleichbar bleiben.
  2. 2 In gleichen Abständen ausgerissen Pro Streifen wurde in gleichmässigen Abständen die Wurzel eines Saatkorns ausgerissen — also die ganze Pflanze mit allen Halmen, nicht einzelne Ähren.
  3. 3 Bewusst nicht auf die Ähren geschaut Beim Auswählen der Pflanzen wurde auf den Boden geschaut, nicht auf den Bestand. So sollte vermieden werden, unbewusst die schöneren Pflanzen zu greifen.
  4. 4 Von Hand ausgezählt Halme, Ähren und Körner wurden pro Pflanze einzeln gezählt. Die Proben stammen aus den ersten 10–15 Metern von der Strasse ins Feld.

Lage der Streifen

Unbehandelt (Referenz)
ab ca. 8 m — Vergleichsfläche
Behandelt
ca. 4–8 m ab Strasse
Doppelt/quer gesät — nicht ausgewertet
erste 3–4 m ab Strasse
Strasse

Einordnung

Was diese Zahlen
noch nicht beweisen.

Wir halten es für wichtiger, die Grenzen der Erhebung zu zeigen, als eine saubere Zahl zu behaupten. Diese Punkte gehören zum Resultat dazu.

Vier Pflanzen pro Streifen

Das ist eine Stichprobe, kein Versuch mit statistischer Aussagekraft. Einzelne starke oder schwache Pflanzen verschieben den Durchschnitt spürbar.

Ähren können fehlen

Bei allen Pflanzen können Ähren abgefallen oder abgebrochen sein. Eine Ähre war noch grün, einige waren krank oder abgefressen — vor allem im unbehandelten Streifen.

Zwei Rechenwege, zwei Zahlen

Rechnet man Ähren × Körner pro Ähre, liegt die unbehandelte Referenz bei 35,3 Körnern pro Pflanze — gegenüber 64,5 im behandelten Streifen sind das +83 %. Zählt man alle Körner direkt zusammen, kommt die Referenz auf 27,0, und der Mehrertrag steigt auf +139 %. Wir nennen beide Zahlen, statt uns die günstigere auszusuchen.

Ein dritter Streifen wurde ausgeschlossen

Die ersten 3–4 Meter ab Strasse sind doppelt und quer gesät. Bei doppelter Saatdichte sagen Werte pro Pflanze nichts über den Ertrag pro Fläche aus — dieser Streifen ist deshalb nicht vergleichbar und hier nicht ausgewertet.

Ein Feld, eine Saison

Boden, Wetter und Vorkultur sind auf diesem Acker konstant — aber es ist eben nur dieser eine Acker in diesem einen Jahr. Übertragbar ist die Richtung, nicht der Prozentwert.

Einzelne Ähren nicht erfasst

Im unbehandelten Streifen konnten bei zwei Pflanzen nicht alle Ähren ausgezählt werden. Diese fehlen in der Summe und ziehen deren Durchschnitt eher nach unten.

Der Unterschied war schon beim Ausreissen im Boden zu spüren — nicht erst beim Auszählen auf dem Tisch.
Thomas · Erhebung im Feld

Weitere Projekte

Wird laufend ergänzt.

Nächste Erhebungen folgen

Jedes abgeschlossene Schnupperangebot mit ausgewerteten Messwerten kommt hier dazu — mit Kultur, Vorgehen und den gleichen offengelegten Grenzen.

Zum Schnupperangebot

Dein Boden

Miss es auf deiner
eigenen Fläche nach.

Im Schnupperangebot bauen wir das Soil Food Web auf 50 m² deiner Fläche auf — mit Bodenanalyse, Schulung auf dem Betrieb und einem Vergleichsstreifen, den du selbst auszählen kannst.